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Typisch Frau, typisch Mann?

Marketing

Sechs BRB-Mitarbeiterinnen berichten zum Tag der Gleichstellung über ihre Erfahrungen

Fahrpersonal
Wie weit ist die Gleichstellung von Frauen bisher vorangekommen? Sechs BRB-Mitarbeiterinnen haben sich mit der Frage beschäftigt. (Foto: BRB/ Benjamin Kaufmann)

Sechs Frauen unterschiedlichen Alters und in unterschiedlichen Bereichen der BRB tätig, haben zum Tag der Gleichstellung von Frauen am 26. August einen Fragebogen ausgefüllt – nicht repräsentativ, aber durchaus interessant. Auf der Webseite der Bundesregierung heißt es zum Thema: „In Deutschland ist die rechtliche Gleichstellung von Frauen und Männern erreicht. An der tatsächlichen, alltäglichen Gleichstellung arbeiten wir noch. Weltweit gibt es bei der Gleichstellung Fortschritte. Dennoch bestehen immer noch erhebliche Barrieren. Ziel der nachhaltigen Entwicklung ist es, das bis 2030 grundlegend zu verbessern.“

Das wäre dann innerhalb der nächsten neun Jahre. Viele Punkte stehen auf der Agenda: keine Lohnunterschiede für gleichwertige Arbeit zwischen Frauen und Männern, mehr Frauen in Führungspositionen, bessere Vereinbarkeit von Familie und Beruf, mehr Wertschätzung und bessere Verteilung unbezahlter Pflege- und Hausarbeit, keine Gewalt gegen Frauen, klischeefreie Berufs- und Studienorientierung und noch vieles mehr.

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Auch weibliche TriebfahrzeugführerInnen finden sich bei der BRB. (Foto: Benjamin Kaufmann)

Frage: Herr Amini, Tag der Gleichstellung von Frauen, ein Thema für Sie als BRB-Geschäftsführer?

Fabian Amini: Ich habe den Fragebogen, den eine Frau entworfen hat, mit großem Interesse gelesen und mit noch größerem Interesse die Antworten der Mitarbeiterinnen, denn auch wir und unsere Branche allgemein haben noch einiges zu tun. Ich verantworte den kaufmännischen Bereich bei der BRB, für den technischen ist ebenfalls ein Mann in der Geschäftsführung, Arnulf Schuchmann. Fairerweise muss man erwähnen, dass der Eisenbahnsektor im technischen Bereich ganz überwiegend von Männern geleitet wird und auch fast nur Männer dort arbeiten. Im Verwaltungsbereich sieht das anders aus und in der obersten Führungsebene kommt die BRB immerhin auf einen Frauenanteil von knapp 40 Prozent, was kein Zufall ist, sondern von uns bewusst gefördert wird.

Frage an die Frauen: Welche Tätigkeiten würde ich meinem Partner (fast) nie abnehmen, was muss immer mein Partner machen?

Meistgenannte Antwort: „Reifenwechsel“, allerdings mit dem Zusatz, dass man auch dies lernen könne, wenn es sein müsse.

Frage an die Frauen: Rat für Frauen am Beginn ihrer Karriere/ihres Berufslebens?

Antworten: „Sich nicht reinreden lassen und seinen eigenen Weg gehen. Hinfallen ist nicht schlimm, solange man wieder aufsteht.“ und „Tue das, wozu du Lust hast und nicht das, was vernünftig ist oder andere dir raten.“

Gleiche Bezahlung und gleiche Chancen in der Arbeitswelt sind für die Frauen ein Zeichen von Gleichstellung, aber auch kollegiales Miteinander auf Augenhöhe. Keine Vorurteile haben, alle gleichbehandeln, egal welches Geschlecht, welche Orientierung oder Abstammung. Übereinstimmung herrschte bei allen Befragten, dass die Gleichstellung noch nicht erreicht sei.

Ich habe großes Interesse an Vielfalt und Diversität im Unternehmen. Egal, ob Frau oder Mann, ob branchenfremd oder mit Erfahrung im Eisenbahnsektor, egal aus welchem Land und mit welchem kulturellen Hintergrund, die richtige Mischung macht ein gutes Unternehmen aus und bringt uns vorwärts.
Fabian Amini

Frage: Herr Amini, was wünschen Sie sich beim Thema Gleichstellung für die BRB?

Fabian Amini: Ich habe großes Interesse an Vielfalt und Diversität im Unternehmen. Egal, ob Frau oder Mann, ob branchenfremd oder mit Erfahrung im Eisenbahnsektor, egal aus welchem Land und mit welchem kulturellen Hintergrund, die richtige Mischung macht ein gutes Unternehmen aus und bringt uns vorwärts. Doch leider ist es deutlich schwieriger beispielsweise Service-Elektronikerinnen oder Mechatronikerinnen zu finden als männliche Kollegen. Es gibt sie einfach viel zu selten. Im Rahmen unserer Möglichkeiten versuchen wir aber schon, eine gute Mischung hinzubekommen.

Zu lesen ist in vielen Antworten das Problem, Kinderbetreuung und Vollzeitstelle zu organisieren, sich im Arbeitsleben zu behaupten, aber auch das nötige Selbstbewusstsein zu erlangen, um sich durchzusetzen, seinen eigenen Weg zu finden und diesen zu verfolgen. Das klappt bei der BRB ziemlich gut, denn in all den Antworten schwingt auch immer eine Portion Gelassenheit und Humor mit. Den „typischen“ Merkmalen ihres Geschlechts setzen die Frauen Individualität entgegen, denn „den Mann“ oder „die Frau“ gebe es als solches gar nicht. Oder vielleicht doch ein bisschen?

Frage: Was ist typisch Frau?

Eine Antwort: Reden über alles und jeden.

Frage: Was ist typisch Mann?

Eine Antwort: Reden über alles und jeden und so tun, als wäre das typisch Frau.

Frage: Herr Amini, was tut die BRB in Sachen Gleichstellung?

Fabian Amini: Wir versuchen auf die Bedürfnisse unserer Mitarbeitenden einzugehen, unabhängig vom Geschlecht. Besonders im Schichtbetrieb ist das nicht immer einfach, denn der Zug muss pünktlich fahren, darauf muss sich der Fahrgast verlassen können, egal ob die Triebfahrzeugführerin ein krankes Kind zu Hause hat oder der Kundenbetreuer eine zu pflegende Mutter. Das ist der Spagat, in dem wir uns als Unternehmen befinden. Lohnunterschiede zwischen Männern und Frauen gibt es bei unseren Fahrpersonalen nicht, wir zahlen nach Tarif.

Übrigens, für den „Reifenwechsel“, also den Radsatztausch an den Zügen, sind bei der BRB die Bahnbetriebswerke in Augsburg und Lenggries zuständig. Da sind – da technische Berufe – fast ausschließlich Männer beschäftigt. Manchmal bestätigen sich Vorurteile dann doch 😉