
Steve Meyer weiß, was er will. Das hört man schnell heraus, wenn man mit ihm spricht. Und er sieht das Positive an seiner Arbeit als Service-Mechaniker bei der BRB. „Man kann was draus machen“, sagt er und es klingt fast wie sein Lebensmotto, ist auch seine Einstellung zu seiner Arbeit bei der BRB. Die macht er gerne und zieht Vergleiche zu anderen Jobs: „Man wird überall gefordert, jeder Arbeitsplatz hat Vor- und Nachteile.“

Aufgewachsen ist Steve im Altmühltal, hat Feinwerkmechaniker Fachrichtung Maschinenbau gelernt. „Das war in einer Uraltschlosserei, ich musste da alles machen, im Notfall auch Oma Hildes Klo oder Fahrräder reparieren“, erzählt er. Dann hat er in Landsberg den Flugzeugmechaniker gemacht, damals war in Landsberg ein Transportflugzeug der Bundeswehr stationiert. Später ging es weiter nach Augsburg zum dortigen Flughafen. In Augsburg wohnt er bis heute in der Nähe des Bahnparks im Stadtteil Hochfeld. Und so bekam er dort auch mit, dass die BRB ihr Betriebswerk in direkter Nachbarschaft zum Bahnpark hat.
Warum ging er weg von der Bundeswehr in Landsberg und weg vom Flughafen in Augsburg? Ein krisensicherer Arbeitsplatz ist Steve wichtig, dazu ein Tarifvertrag und die 700 Meter zum Arbeitsplatz, wobei er bei letzterem einschränkt, das sei Fluch und Segen zugleich.
Erst machte er eine Umschulung zum Fahrdienstleiter, doch er brach sie kurz vor der letzten Prüfung ab, Pech für die DB, Glück für die BRB. Er bewarb sich bei uns, wurde genommen und ist seit knapp drei Jahren da. „Mir gefällt es gut“, sagt der Service-Mechaniker und betont, dass die Schichtarbeit zwar Vor- und Nachteile bringe, aber insgesamt die Vorteile deutlich überwiegen: „Wenn ich um 14 Uhr anfange, kann ich Termine auf den Vormittag legen, wenn ich Spätschicht habe, kann ich auch mal ausschlafen.“ Und er ist es gewohnt, Schicht zu arbeiten, denn Betriebe in der Fertigung ohne Schicht gebe es praktisch nicht. Alle sechs bis acht Wochen hat er Wochenendbereitschaft. Dann muss er auch mal raus bei Wind und Wetter, wenn ein Zug auf freier Strecke liegenbleibt.
Werde Teil von uns. Wir suchen talentierte Instandhaltungsprofis mit einer abgeschlossenen Ausbildung in den Bereichen Elektronik, Mechanik oder Elektrik, die dafür sorgen, dass unsere Züge sicher und zuverlässig ihr Ziel erreichen, aber auch Azubis sind bei uns WIlkommen!
Der Unterschied zwischen Zug und Flugzeug ist für Steve gar nicht so groß: „Wir arbeiten am Endprodukt, was wir tun, wirkt sich auf den Fahrgastbetrieb aus, der Sicherheitsaspekt steht im Vordergrund.“ Flugzeuge seien größer, aber filigraner, Züge robuster. Präzision und sorgfältiges Arbeiten seien hier wie dort unerlässlich.
Und was ist mit den Kolleginnen und Kollegen? Wie kommt er im Team klar? „Heutzutage trifft man überall auf viele Nationalitäten, das kann leicht, aber auch kompliziert sein, das liegt an einem selber: Ich bin auf jeden Fall für mehr Frauen in technischen Berufen.“ Das trage zu einer besseren Stimmung bei, man gebe sich mehr Mühe im Umgang miteinander. Und schließlich arbeitet man mit Köpfchen und nicht nur mit Kraft. Geschlecht, Herkunft, Größe, Kraft, alles egal, man hat immer Arbeitskollegen, die helfen. Teamfähigkeit sei da viel wichtiger als manch anderes.
Mir gefällt es gut. Wenn ich um 14 Uhr anfange, kann ich Termine auf den Vormittag legen, wenn ich Spätschicht habe, kann ich auch mal ausschlafen.
Wer sich für einen Arbeitsplatz im Betriebswerk interessiert, sollte sich eines der beiden Werke in Augsburg und Lenggries anschauen. Metallgrundkenntnisse seien hilfreich, ein technisches Grundverständnis erleichtere den Einstieg. Auch hier betont Steve, dass es an einem selbst liege, wie der Einstieg gelinge. „Eigeninteresse muss da sein, das ist die Hauptsache. Wir geben unsere Erfahrungen gerne weiter, keine Sorge.“ Es würden viele Schulungen passgenau auf die jeweilige Stelle angeboten und man werde Schritt für Schritt an seine Aufgaben herangeführt. Es gelte immer „Personal vor Material“. Man könne jederzeit eine Kollegin oder einen Kollegen hinzuziehen, das Vier-Augen-Prinzip verteile die Verantwortung auf mehrere Schultern.
Eigeninteresse muss da sein, das ist die Hauptsache. Wir geben unsere Erfahrungen gerne weiter, keine Sorge.
Wer sich das Foto von Steve vor dem Transportflugzeug ansieht, dem drängt sich förmlich die Frage auf, ob er den Wechsel zur BRB nicht bereue? „Nein“, kommt sofort die Antwort. Er habe bei der BRB einen guten, grundsoliden Arbeitsplatz mit guten Konditionen. „Man kann was draus machen“, sagt er noch einmal und man merkt, dass er sich weiterentwickeln will, nicht stehenbleiben will. Über 100 Meter Zug am Stück und tonnenweise Gewicht, auch das übt Faszination aus, nicht nur der Flug über den Wolken.

Frage: Die BRB hat zwei Betriebswerke, das in Augsburg, in dem auch Steve Meyer beschäftigt ist, und eines in Lenggries. Augsburg haben wir durch Steve kennengelernt, wie sieht es mit Lenggries aus, dort gibt es eine Besonderheit, stimmt´s?
Armin Nachtschatt: Ja, neben Fristen und Wartungen, der normalen Instandhaltung, wie in Augsburg, wird in Lenggries auch die sogenannte schwere Instandhaltung unserer LINT-Fahrzeuge durchgeführt. Das bieten nur sehr wenige Betriebswerke. Wir können die Hauptuntersuchung unserer LINT-Fahrzeuge somit selbst durchführen. Das unterscheidet uns von vielen anderen Betriebswerken und macht uns unabhängig von Akteuren, denen wir sonst unsere Fahrzeuge für die HU bringen müssten. Im Gegenteil, wir nehmen auch Aufträge für andere Eisenbahnverkehrsunternehmen an, führen für ihre Fahrzeuge die Hauptuntersuchung durch.
"Ich bin schon stolz auf das harmonische Team, das super zusammenarbeitet. Jeder lernt vom anderen, wir haben viel Knowhow vor Ort und eine geringe Fluktuation, was heutzutage alles andere als selbstverständlich ist. "

Frage: Lenggries ist also nicht nur landschaftlich in den Bergen gelegen ein besonderer Standort, sondern bietet in unserem Betriebswerk auch einen krisensicheren Arbeitsplatz mit einem äußerst attraktiven Zwei-Schicht-Modell bei einem der größten Arbeitgeber der Region. Wir haben dort bereits eine lange Tradition. Seit wann gibt es das Betriebswerk in Lenggries schon?

Armin Nachtschatt: Dahinter steckt eine mittlerweile 30-jährige Tradition mit einer sehr erfahrenen Mannschaft. Auch wenn wir inzwischen ein junges Team sind, viele sind zwischen 25 und 40 Jahren, so haben wir auch etliche ältere Kollegen, die viel Erfahrung mitbringen und die Jüngeren, gerade am Anfang, sehr unterstützen. Ich bin schon stolz auf das harmonische Team, das super zusammenarbeitet. Jeder lernt vom anderen, wir haben viel Knowhow vor Ort und eine geringe Fluktuation, was heutzutage alles andere als selbstverständlich ist. Aber wir gehen mit der Zeit, haben modernes Gerät, moderne Technik im Einsatz. Dazu gehört auch ein 3D-Drucker für Kleinkomponenten. Eine moderne PV-Anlage liefert uns Strom, damit betreiben wir unter anderem Wallboxen, an denen unsere Mitarbeitenden ihr E-Auto zu sehr geringen Kosten laden können. Und nicht zu vergessen unser Fitnessraum. Den haben Mitarbeitende in Eigenregie eingerichtet. Dieses Engagement zeigt, wie gut unsere Lenggrieser Mannschaft sich versteht. Das freut mich als Leiter Technik sehr und solches Engagement unterstütze ich auch gerne.




Pressesprecherin, BRB