Gestern Abend sind bundesweit das digitale Zugfunknetz der DB InfraGO AG, GSM-R und die Rückfallebene PGSM, ausgefallen. Die Konsequenz war, dass alle fahrenden Züge angehalten werden mussten, da sie nicht mehr erreichbar waren.
BRB-Betriebsleiter Manuel Vorbach erklärt: „Die Störung trat gegen 22.15 Uhr auf, ohne jegliche Prognose, zum Beispiel hinsichtlich der Dauer. Die Situation war vollständig unklar. Letztendlich war die Störung gegen 0.20 Uhr wieder behoben. In dem Zeitraum wurden sämtliche Züge des Fern-, Nah-, und Güterverkehrs dort abgestellt, wo Platz war. Umgehend wurden alle Reisenden in den Zügen informiert und alle Fahrgastinformationssysteme so weit wie es technisch in der Kürze der Zeit gelang, aktualisiert. Unsere Fahrgäste wurden nach Möglichkeit mit Taxis weiterbefördert. Durch den zusätzlichen Einsatz unserer BRB-Notdienste BNB, das heißt „Bereitschaftshabender im Notfallbezirk“, wurden sämtliche Triebfahrzeugführenden und Kundenbetreuenden abgeholt und zu ihren Meldestellen gefahren. Teilweise konnten wir Züge – die Anwesenheit des Fahrdienstleiters von der DB InfraGO AG vorausgesetzt – noch zu ihren Endbahnhöfen fahren, um sie dort abzustellen, wo sie heute Früh wieder planmäßig in den Regelbetrieb gehen sollten. Leider gelang uns das nicht überall.“
Zu Beginn des heutigen Tages stand die BRB vor der Herausforderung, dass Züge ausfallen mussten oder nicht mit der gewohnten Kapazität an Sitzplätzen unterwegs waren. Eben deshalb, weil sie nachts nicht planmäßig abgestellt werden konnten, heute zum Teil erst betankt werden mussten, was im Normalfall nachts passiert und erst wieder Zug für Zug in den Regelfahrplan eingegliedert werden mussten. Das dauert bei einer deutschlandweiten Störung seine Zeit. Teilweise standen Güterzüge an Orten, wo sie den Nahverkehr blockierten und erschwerten damit unseren Betriebsablauf, was dann eben Verspätungen zur Folge hatte. Durch die teilweisen nächtlichen Dienstverlängerungen des Fahrpersonals, um die Auswirkungen des Störfalles möglichst gering zu halten, konnten heute Mittag nicht alle Schichten planmäßig besetzt werden – Arbeitszeitverordnungen u . ä. müssen eingehalten werden – sodass sich der Zugverkehr erst im Laufe des Abends vollständig normalisiert haben wird.