Direkt zum Hauptinhalt springen
Direkt zur Navigation springen
Direkt zum Footer springen

Triebfahrzeugführerausbildung auch virtuell

Verwaltung
Das Dreierteam der TDTRS im Foto v.l.n.r.: Lena Schott, Dominik Czepczar und Derek McArthur.
Das Dreierteam der TDTRS im Foto v.l.n.r.: Lena Schott, Dominik Czepczar und Derek McArthur.© TDTRS

Wer bei der BRB den Beruf des Triebfahrzeugführenden erlernen will, kann sich eine 3-D-Brille aufsetzen und los geht es. Kein Scherz, sondern neue Trainingsmethoden. Da reibt sich manch eine/r verwundert die Augen, doch nicht nur die Züge werden immer moderner, sondern auch die Ausbildung. Mit der „Transdev Training & Rail Services GmbH“, kurz TDTRS, hat die BRB eine Ausbildungsabteilung etabliert, die nach neuesten Methoden und mit vielen unterschiedlichen Herangehensweisen versucht, die Ausbildung unserer Triebfahrzeugführenden, kurz Tf, möglichst effektiv und passgenau auf die jeweilige Person zuzuschneiden. Das gilt auch für die Weiterbildungen unserer Tf, die bereits im Dienst sind, ihre Ausbildung also schon erfolgreich absolviert haben.

Wir wollen Lernen effektiver machen, die Technik entwickelt sich rasant.
Lena Schott

Ein Dreierteam bei TDTRS – übrigens auch AZAV- und ISO9001-zertifiziert – kümmert sich um die Visualisierung von Lerninhalten:

  • Lena Schott, Projektmanagerin Content Grafik und Design

  • Derek McArthur, Projektmanager – Fachrichtung Entwicklung, (IT-) Lernsysteme

  • Dominik Czepczar, Projektmanager Entwicklung und IT-Lernsysteme

„Wir wollen Lernen effektiver machen, die Technik entwickelt sich rasant“, erklärt Lena Schott. Manches Mal erfüllt ein analoges Lernspiel den Zweck genauso wie ein aufwendig am Computer erzeugtes Video. „Da wägen wir schon ab, was besser, also zielführender ist und haben auch Kosten und zeitlichen Aufwand im Blick.“ Jeder Mensch hat eine andere Art zu lernen. Das Spektrum der Tf-Auszubildenden ist breit, angefangen vom Alter, über bisherige Berufserfahrung bis hin zur schulischen Bildung. Für jeden und jede ist in den Angeboten etwas dabei, immer wieder kommt Neues dazu. Bestehende Lernmaterialien werden gesichtet, perfektioniert und Anregungen der Ausbildenden und der Auszubildenden werden umgesetzt. So entstehen Stück für Stück neue Lernformen und neue Lerninhalte, immer unter der Voraussetzung, dass sie am Ende zum gewünschten Ziel führen, und das ist das Bestehen der Prüfungen.

Wir sind ein Dreamteam.
Derek McArthur, Projektmanager TDTRS
Virtual Reality vom Drehgestell
In der Realität lassen sich einige Vorgänge wie z.B. das Zusammen- und Auseinanderbauen eines Drehgestells oder Dieselmotors nicht so einfach zeigen wie in der „Virtual Reality“ mit einer 3-D-Brille. © TDTRS

Lena Schott und Dominik Czepczar hatten an der Technischen Hochschule in München studiert und ihr damaliger Professor machte sie auf den Bahnbereich aufmerksam. Sie gründeten bereits während ihres Studiums eine Firma, die sich mit dem Thema Bahn und Ausbildung beschäftigte. Über TDTRS-Geschäftsführer Christian Rehfeldt kamen sie mit ihrer Firma zur Transdev und damit zur BRB. Derek McArthur stieß später dazu, übrigens ein waschechter Schotte, der auch schon fünf Jahre als Tauchlehrer auf Mallorca gelebt hat und selbst Triebfahrzeugführer ist. „Wir sind ein Dreamteam“, sagt er über seine beiden Kollegen und sich. Seine selbst programmierten Filme zeigen beispielsweise das Zusammen- und Auseinanderbauen eines Drehgestells oder Dieselmotors. In der Realität lässt sich das nicht so einfach zeigen wie in der „Virtual Reality“ mit einer 3-D-Brille.

Mittels eines Unfallberichtes kann man viel lernen auf interaktive Art und Weise.
Mittels eines Unfallberichtes kann man viel lernen auf interaktive Art und Weise.© TDTRS

Das Gewicht eines Dieselmotors in einem Zug beträgt mehrere Tonnen, die baut man nicht mal schnell auseinander und wieder zusammen. Auch eine simulierte Führerstandsfahrt per Film mit eingeblendeten Fragen und der Möglichkeit für verschiedene Antworten ist dann selbsterklärend, wenn bei der falschen Antwort auch gleich die Konsequenzen gesehen und filmisch erlebt werden können. Das prägt sich schneller und tiefer ein als langatmige Erklärungen im „Klassenzimmer“.

Die Face-to-face-Beschulung gibt es natürlich immer noch – mit einem echten Ausbildenden, keinem KI-gesteuerten Avatar. Auch das Lernen mit Karteikarten ist möglich, manchmal sogar die bessere Alternative. Oder ein Memory, das mehrere zusammen spielen. Der Kontakt untereinander, die gegenseitige Unterstützung, das kollegiale Miteinander gehören ebenso zur Ausbildung wie die virtuelle, digitale Seite. Digitales bereichert und erleichtert vieles, ersetzt aber den Dienstunterricht in seiner klassischen Form nicht, darauf weisen alle drei Projektmanager hin.

3D Lernen mit der Lernplattform  Moodle
Blick in den Führerstand - 3D Lernen mit der Lernplattform Moodle

Neben den Lerninhalten werden über die Software auch Prüfungen zusammengestellt, das Qualitätsmesssystem, kurz QMS, verwaltet, Statistiken erstellt, Zusatzqualifikationen abgelegt und eine stete Erweiterung bietet noch viele Möglichkeiten für die Zukunft. Jeder Auszubildende hat auf seinem firmeneigenen Tablet einen eigenen Account, kann einsehen, wo er steht, was fehlt, kann für seine Prüfungen üben, wann, wo und wie er oder sie will. Prüfungen werden auf dem Tablet geschrieben, „spicken“ ist nicht möglich.

Der sogenannte RailTrainer, wie das System heißt, ist kein Produkt von der Stange, sondern individuell auf die BRB abgestimmt – modern, digital und wertbringend, also effektiv für die Nutzenden. Dahinter steckt ein junges Team, das mit viel Liebe zum Detail und großem Engagement dafür sorgt, dass Tf-Azubis mit Freude ihren Beruf lernen und dafür sorgen, dass unsere Fahrgäste jeden Tag die Vorteile des Bahnfahrens genießen können. Auch dann, wenn Baustellen, besondere Wetterkapriolen oder – wenn auch seltener – defekte Fahrzeuge für stressige Momente sorgen. Auch das gehört zum Beruf. Ausgeglichen werden solche Situationen durch schöne Ausblicke während der Fahrt, nette Kolleginnen und Kollegen und nicht zuletzt freundliche Fahrgäste. Denn alle wollen doch nur das eine: sicher, pünktlich und möglichst angenehm ans Ziel kommen.

Annette Luckner

Annette Luckner

Pressesprecherin, BRB

Seite teilen