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Was macht eigentlich ein/ eine Infodisponent*in?

22.02.2021
Foto aus der BLZ
In der Betriebsleitzentrale der BRB, auch Leitstelle genannt, wird mit vielen Programmen und Bildschirmen gearbeitet.

Wer in Holzkirchen arbeitet, hat das Alpenpanorama direkt vor der Tür. Doch Bianka, eine von derzeit drei Infodisponentinnen und Infodisponenten bei der BRB hat nicht viel Zeit für den schönen Blick, viel öfter schaut sie an ihrem Arbeitsplatz in der Betriebsleitzentrale auf Bildschirm und Telefon. Ihren Job vergleicht sie manchmal mit dem eines Feuerwehrlers.

Bianka, du bist eine von vielen Quereinsteiger*innen bei der BRB, kommst aus dem kaufmännischen Bereich und hast ursprünglich als Kundenbetreuerin angefangen. Jetzt bist du schon seit fast sechs Jahren im Team der Infodisponenten und Kommunikationsmanager, wie ihr auch genannt werdet. Kommunikation managen oder Infos disponieren, was heißt das genau?

Wenn sogenannter ruhiger Betrieb herrscht, dann fahren unsere Züge planmäßig, es gibt keine Störungen auf der Strecke, keine Verspätungen. Das sollte der Regelfall sein. Aber die eng verzahnten Rädchen, die ineinandergreifen, damit alles rund läuft, bergen viele Unwägbarkeiten. Störungen an Gleisen, Weichen, Oberleitungen und so weiter führen zu Zugverspätungen. Wenn sich Personen unerlaubterweise auf den Gleisen aufhalten, dann wird der gesamte Zugverkehr in dem Bereich gestoppt. Das kann schon mal allein deshalb passieren, weil jemand schnell eine Abkürzung über ein Gleis nehmen will. Oder es fällt bei einem Sturm ein Baum auf die Gleise und dann geht es bei uns rund.

Leidis
Infodisponent*innen informieren sich über vielfältige Wege und Programme zu Störungen im Betrieb. (Foto: © Bayerische Oberlandbahn GmbH)

Was passiert dann?

Antwort: Wir sammeln alle Infos, die meist nicht auf einmal hereinkommen und übersetzen sie von „Bahndeutsch“ in ein für den Fahrgast verständliches Deutsch. Und diese Übersetzung muss dann auf die Website, in die App, auf Facebook und Twitter. Der Fahrgast soll so schnell wie möglich Bescheid wissen, wo eine Störung ist, wie lange sie ungefähr dauern wird und ob es einen Schienenersatzverkehr, meist mit Bussen, geben wird. Auch die digitalen Anzeigetafeln an den Bahnsteigen müssen mit den Informationen gefüllt werden. Und natürlich braucht auch unser Zugpersonal die nötigen Infos, es ist für die Reisenden der unmittelbare Ansprechpartner.

Da müsst ihr in kurzer Zeit viel organisieren, müsst den Überblick behalten, braucht die nötige Ruhe und gute Nerven.

Ja, Stress sollte man in dem Job schon vertragen können. Wir sind aber ein gut eingespieltes Team, da hilft jeder jedem und wir haben viel Erfahrung. Doch darf man nicht vergessen, dass wir insgesamt vier Netze betreuen. Und es kommt gar nicht so selten vor, dass in mehreren gleichzeitig Störungen auftreten. Da müssen wir konzentriert arbeiten. Eine Störung im Münchner Hauptbahnhof kann im schlimmsten Fall bei uns gleich in drei Netzen zu Problemen führen.

Ihr gebt Tag für Tag im Schichtbetrieb euer Bestes und dann kommen Leserbriefe oder Online-Kommentare von verärgerten Fahrgästen, weil die BRB es mal wieder nicht geschafft hat, pünktlich zu sein. Wie findest du das?

Ich kann das aus Sicht des Fahrgastes verstehen, aber erstens versuchen wir so schnell wie möglich zu reagieren, doch vieles braucht eben Zeit. Und zweitens sind nicht immer wir von der BRB diejenigen, die die Verspätung verursachen. Für die Infrastruktur, also die Gleise und was damit zusammenhängt, ist die Deutsche Bahn mit ihren Tochterunternehmen zuständig. Das gilt auch für die Bahnhöfe. Aber zu spät kommt der Zug und die Frage nach dem Warum interessiert nicht jeden Fahrgast, das kann ich nachvollziehen.

Wir haben im Hinterkopf neben der Pünktlichkeit aber auch immer das Thema Sicherheit. Da müssen alle Vorschriften penibel eingehalten werden. Wir tragen schließlich große Verantwortung.
Bianka, Infodisponentin der BRB

Und was hat es jetzt mit dem Vergleich mit der Feuerwehr auf sich?

Feuerwehrler haben auch einen geregelten Berufsalltag, aber wenn es brennt, geben sie 200 Prozent. So ist das auch bei uns. Darum sollte man in unserem Beruf auch Spaß in stressigen Zeiten haben und sich freuen können, wenn am Ende alles gut geklappt hat.

Wie ein/ eine Infodisponent*in bei der BRB arbeitet

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