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Zug hat Vorfahrt – Höchste Vorsicht an Bahnübergängen!

27.12.2021
Autowrack
Dieses Autowrack der Bundespolizei stammt von einem Bahnübergangsunfall. Foto: BRB

„Schwerer Unfall an Bahnübergang: Familie mit Baby verletzt“, „Tragödie in Bayern: Zug erfasst Brüder“, „Auto und Zug kollidiert“ – solche Schlagzeilen sind leider keine Seltenheit. 2020 kam es bayernweit zu über 50 Bahnübergangsunfällen, elf davon mit Todesfolge. Damit sich solche Szenarien nicht wiederholen, haben wir die bayernweite Informationskampagne „Zug hat Vorfahrt“ angestoßen, für die wir viele Partner gewinnen konnten: ADAC Nordbayern und ADAC Südbayern, Bayerische Eisenbahngesellschaft (BEG), DB Sicherheit, Bundespolizei und die Eisenbahnverkehrsunternehmen Agilis, Erfurter Bahn, Go-Ahead und Länderbahn.

Aktionstag mit Vollbremsung

Bremsvorgang
Wie lange dauert es, bis ein Zug zum Bremsen kommt? Der 100 Stundenkilometer fahrende Zug brauchte am Bahnübergang in Warngau-Tannried gut 200 Meter bis zum Stillstand. Foto: BRB

Beim BRB-Aktionstag in Warngau-Tannried bei Holzkirchen wurde eine Vollbremsung simuliert und wer den Vorgang beobachtete, hatte anfangs den Eindruck, der Zug würde gar nicht langsamer werden, sondern ungebremst weiter auf den Schienen dahingleiten. Die Auflagefläche pro Rad ist nicht größer als ein Fingernagel, dementsprechend schlecht ist auch die Bremswirkung, wenn ein Zug mit über 100 Metern Länge und über 200 Tonnen Gewicht schlagartig abbremsen soll.

An einer Straßenkreuzung käme niemand auf die Idee, einfach über eine rote Ampel zu fahren, während an Bahnübergängen zu viele ihr Leben und die Schicksale anderer leichtfertig aufs Spiel setzen. Der Zug ist schneller da, als man glaubt. Deshalb: Höchste Vorsicht am Bahnübergang. Fuß vom Gaspedal, genau schauen und keinesfalls leichtsinnig werden. Unachtsamkeit und Zeitdruck am Bahnübergang können schnell tödlich sein!

Ursachen für Unfälle

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Perspektivwechsel - Sicht von Triebfahrzeugführer/innen aus dem Führerstand eines Zuges auf einen Bahnübergang. Foto: BRB

Mehr als 95 Prozent aller Unfälle an Bahnübergängen sind auf ein Fehlverhalten der Autofahrer oder Fußgänger zurückzuführen, durchschnittlich jeder vierte endet tödlich. Hauptursache sind in den meisten Fällen Unkenntnis der Verhaltensregeln, Unaufmerksamkeit, Leichtsinn, Zeitdruck und vor allem der Irrglaube, die Situation unter Kontrolle zu haben. Beim ersten Fehlverhalten liegt die Hemmschwelle vielleicht noch hoch, wenn jedoch beim wiederholten Male nichts passiert, sinkt das Risikobewusstsein.

Bitte seien Sie an allen Bahnübergängen besonders vorsichtig und aufmerksam - Ihr Leben und das von anderen Verkehrsteilnehmern hängt von Ihrem Verhalten ab.
Stefan Neubeck, Triebfahrzeugführer BRB

Bayernweit gibt es knapp 3300 Bahnübergänge. Jeder Übergang, egal ob mit oder ohne Schranken, wird mittels Verkehrszeichen angekündigt: Weiß-rote Baken weisen in 240 Metern, 160 Metern und 80 Metern Entfernung auf den Übergang hin, unmittelbar vor dem Kreuzungspunkt signalisiert das Andreaskreuz, dass der Schienenverkehr Vorrang hat. Zudem warnen Züge mit Pfeifsignalen die Verkehrsteilnehmer an technisch ungesicherten Bahnübergängen.

Tipps für das richtige Verhalten am Bahnübergang:

  • Bremsbereit und mit maximal 50 km/h auf den Bahnübergang zufahren
  • Niemals überholen
  • Die Bahnstrecke nach beiden Seiten überblicken
  • Auf akustische Pfeifsignale achten
  • Sofort anhalten, wenn sich am unbeschrankten Bahnübergang ein Zug nähert
  • An beschrankten Übergängen schon bei rotem Blinklicht stehen bleiben, nicht erst, wenn sich die Schranken senken
  • Erst weiterfahren, wenn das Rotlicht erloschen ist und die Schranken vollständig geöffnet sind

Alle wichtigen Informationen zum richtigen Verhalten an Bahnübergängen haben wir zusammen mit einem Film, der eindringlich zu höchster Vorsicht am Bahnübergang auffordert, zusammengefasst: Aktionstag

Aktionstag
Das Interesse am Aktionstag von „Zug hat Vorfahrt“ am 21.10.21 war sehr groß.

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