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BRB muss wieder einmal DB-Fehler ausbaden

25.04.2022

Keine Chance, die Fahrgäste rechtzeitig über Schienenersatzverkehr und Ausfälle zu informieren.

Wieder einmal trifft es die Bayerische Regiobahn mit voller Wucht. Am Freitagmorgen der vergangenen Woche fiel das Stellwerk in Schliersee aus. Die DB bzw. die von ihr beauftragten Bauunternehmen hatten offenbar ihre eigenen Kabel (Haupt- und Redundanzkabel) bei Bauarbeiten durchtrennt und zwischen Miesbach und Bayrischzell war kein Zugverkehr mehr möglich. „Für uns bedeutet das, schnellstens Schienenersatzverkehr mit Bussen zwischen Miesbach und Bayrischzell zu organisieren, aber die Busunternehmer haben auch nicht Busse und vor allem Fahrer für solch unvorhersehbare Ereignisse auf dem Hof stehen, die nur darauf warten, dass wir anrufen“, ärgert sich BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann über das folgenschwere Missgeschick bei der Bahn. Auch Busfahrer machen während der Ferien Urlaub oder haben Corona, die Lage ist auch bei diesen Verkehrsunternehmen angespannt. Deshalb sei der Schienenersatzverkehr nur mühsam in Gang gekommen, berichtet Schuchmann, zumal lange nicht klar war, wann das Stellwerk wieder funktionieren werde. Letztendlich waren die Fahrgäste für zwei volle Betriebstage die Leidtragenden.

Der größte Brocken war dann aber die Information, dass die DB für die seit zwei Wochen laufende Baustelle zwischen Holzkirchen und Lenggries die falschen Schwellen bestellt hatte, was allerdings erst sehr spät festgestellt wurde. „Die Information darüber haben wir am Samstagnachmittag, also einen Tag vor dem geplanten Ende der Bauarbeiten, bekommen“, schimpft Arnulf Schuchmann, „wie sollen wir da unsere Fahrgäste noch ordentlich informieren?“ Noch am Donnerstag wurde sicherheitshalber bei der DB nach dem angekündigten Ende vor Schulstart gefragt; offiziell hieß es von Seiten der DB da noch, die Baustelle würde bis Sonntagabend beendet sein. „Das ist wieder einmal die typische Salamitaktik und wir müssen auf Sicht fahren, wie es in der Eisenbahnsprache heißt, können leider nur für kurze Zeiträume planen, und versuchen zweigleisig, also auch mit Bussen, das Chaos irgendwie in Griff zu bekommen.“ Wie zu erwarten war, hat die DB Netz AG mittlerweile das Ende der Baustelle von Montag auf Dienstag verschoben. Nach aktuellem Stand kann die BRB mit dem ersten Zug frühmorgens am Mittwoch, 27. April 2022, die Strecke wieder im Regelbetrieb befahren.

Heute, zum Schulstart nach den Osterferien, gelang es nur unter größtmöglichem Einsatz der BRB-Mitarbeitenden, Fahrten der Schülerinnen und Schüler mit Bussen zu organisieren. Dafür standen dann heute Früh Pendler am Bahnsteig, die vergeblich auf Zug oder Bus warteten. „Und wieder einmal melden sich zu Recht Fahrgäste, die sich über uns ärgern“, so Schuchmann. Das könne er verstehen, aber erstens sei nicht die BRB die Schuldige, sondern die DB, und zweitens wirke sich dieses Chaos, das die BRB zum wiederholten Mal erlebt, auf die Zufriedenheit der Fahrgäste aus und dies hat natürlich auch Einfluss auf das Ranking der Bahnen in Bayern, das von der Bayerischen Eisenbahngesellschaft erst kürzlich wieder veröffentlicht wurde. Fallen die Werte schlecht aus, werden Strafzahlungen fällig, was übrigens auch grundsätzlich für Verspätungen ab sechs Minuten gilt. Das will Arnulf Schuchmann aber nicht hinnehmen: „Wenn wir Fehler machen, stehen wir dafür gerade, aber für die Fehler der DB werden wir das nicht tun. Die hohen Verspätungen und Ausfälle schaden unserem Ruf enorm und ich bin nicht bereit, das einfach zu akzeptieren. Daher werden wir die DB hier auch finanziell in die Verantwortung nehmen.“

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