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Ärger wegen desolater Infrastruktur geht netzübergreifend weiter

06.07.2022

Gleislagefehler, Weichenstörung, Schwellenauswechslung, Oberbauschaden – was auch immer die DB Netz AG als Grund für Baumaßnahmen und Langsamfahrstellen angibt, die Folge ist immer die gleiche: BRB-Züge haben Verspätung. Das sorgt inzwischen für massiven Ärger unter den Fahrgästen, führt zu enormen Belastungen der Mitarbeitenden der BRB und es verursacht obendrein auch hohe Kosten.

Ein paar Beispiele für Langsamfahrstellen in den Netzen der BRB:

Zwischen Schliersee und Bayrischzell: Führt zu Verspätungen im gesamten Netz Oberland, weil das Kuppeln und Flügeln in Holzkirchen nicht mehr planmäßig funktioniert, wenn die Zugteile nicht pünktlich am Bahnhof eintreffen oder abfahren können. Wann diese Langsamfahrstelle durch die DB Netz AG behoben wird? Zwischen dem 25. Juli und 12. August 2022 lautet die derzeitige Information. Allerdings entfallen in der Zeit die ersten beiden und die letzten beiden Züge von Montag bis Freitag. Das bedeutet wieder Schienenersatzverkehr mit Bussen.

Zwischen Schaftlach und Bad Tölz: Bautätigkeit nachts während der Zugverkehr ruht, Ende für Samstag, 9. Juli 2022, angekündigt.

Bei Aßling (auf der Strecke zwischen München und Rosenheim): Freigabe der Strecke war für den 1. Juli 2022 angekündigt, fehlt noch immer. Zum kommenden Wochenende hin soll ein Gleis nachgestopft werden, danach geht es zumindest mit 70 km/h statt mit 20 km/h voran, aber wann wieder die vollen 120 km/h gefahren werden können, kann die DB Netz AG noch nicht sagen.

Zwischen Weilheim und Dießen: Die Strecke wurde am vergangenen Freitag kurz vor Mitternacht gesperrt. Bis Samstagmittag dann Komplettsperrung – im Wochenendausflugsverkehr.

Zwischen Freilassing und Berchtesgaden: Verspätungen – ohne Druck durch die BRB wäre die Beseitigung am Ende auf einer langen Liste ganz unten gestanden, jetzt soll es schneller gehen. Aber kein konkreter Zeitpunkt durch die DB Netz AG genannt.

Dazu noch „Kleinigkeiten“ wie Bahnübergangsstörungen, Signalstörungen und ähnliches, was sich ebenfalls häuft. Die tägliche Liste der Störungen wird immer länger und damit werden die Verspätungen immer mehr. Im Netz Chiemgau-Inntal kommen noch Pass- und Zollkontrollen hinzu, die ebenfalls viel Zeit kosten.

Die Ursachen bei der DB Netz AG sieht BRB-Geschäftsführer Arnulf Schuchmann in dortigem Personalmangel, zu vielen Aufträgen für zu wenig Personal, und zu wenigen Firmen, die die Aufträge abarbeiten können. „Die Antworten auf meine drängenden Fragen nach der Beseitigung der Mängel sind immer die gleichen“, sagt der sichtlich genervte BRB-Chef, „man bemühe sich und versuche zu beschleunigen und zu verbessern. Das ist für mich reine Hinhaltetaktik und bringt uns sowie den frustrierten Fahrgästen gar nichts.“ Diese Salami- und Hinhaltetaktik führt dazu, dass Tag für Tag kurzfristig Fahrplanänderungen durchgerechnet und in die Fahrgastinformationssysteme eingepflegt werden müssen. Aufgrund der Vorlaufzeiten der diversen Informationskanäle sowie der Schwierigkeit, Prognosen für die Weiterfahrt abzugeben, ist eine ordentliche Fahrgastinformation nicht immer möglich.

Was Schuchmann obendrein noch Sorgen macht, sind die Trassengebühren, die für jeden Kilometer, den die BRB in ihren fünf Netzen fährt, zu zahlen sind. Diese Gebühren betragen pro Woche rund 1,5 Millionen Euro, egal, ob die Strecke in einwandfreiem Zustand ist oder nicht. „Wenn ich eine Mietwohnung habe, zahle ich doch auch nicht den vollen Preis, wenn es zum Dach hineinregnet“, vergleicht Schuchmann. Dann sei eine Mietminderung fällig, diese wird aber von DB Netz und Politik für den Schienennahverkehr bis heute abgelehnt.

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